Nein, langweilig ist es nie in Hobstin. Städter können sich das nur schwer vorstellen. Schließlich leben sie in einer Kulisse ständiger Bewegung und Beschallung, während hier allenfalls Kraniche rufen. Oder hier und da mal ein Traktor vorbei rauscht. Soweit der Blick von außen. Doch wer uns auch in der kühlen Jahreszeit mal einen Besuch abstattet, wird schnell feststellen, dass eigentlich immer etwas passiert.

Im November hat zunächst der Gärtner sein Unwesen auf unserem Anwesen verübt. Sieben Bäume mussten weichen und etliche Büsche und Sträucher sind zurück geschnitten worden. Noch jetzt liegen fünf Hügel mit geschreddertem Holz im Garten, die noch verteilt werden wollen. Aber gemach – Rom ist ja auch nicht an nur einem Tag abgebrannt. Zwischendurch war es uns draußen zu ungemütlich. Also haben wir uns die Küche in der Alten Kate vorgenommen. Einmal alles raus, neue Farbe an die Wände und weil wir schonmal dabei sind, gleich auch noch eine neue Küchenzeile rein. Nicht, dass die alte Küche hinüber war. Nein, nein, sie hat ein neues Zuhause in Neustadt gefunden. Uns war viel mehr daran gelegen, den Gästen mehr Komfort beim Kochen zu ermöglichen.

Dass hier häufig gekocht wird, haben wir im letzten Jahr mit Erstaunen festgestellt. Statt abends in die Gastronomie zu flüchten, haben es sich viele Freizeit-Hobstiner hier im Garten bequem gemacht und das Menü im Haus eigenhändig kreiert. Mit dem neuen Induktionskochfeld und dem guten Backofen wird das zukünftig noch mehr Freude bereiten. Da wird man selbst als Gastgeber schon ein wenig neidisch.

Und wenn man so durch die Ferienwohnungen streift, fällt dem Herbergsvater doch das ein oder andere Überbleibsel der vorherigen Besitzer ins Auge. Besonders die zahlreichen kleinen Accessoires wie Kunststoffpflanzen oder merkwürdige Dekoartikel waren uns ein Dorn im Auge und mussten sich ein neues Zuhause suchen. Irgendwann ist man so sehr im Verschönerungsmodus, dass der Maler auch gleich noch ins Schlafzimmer gezerrt wird. Aus Orange wird Grün und aus Vorhang wird Plissee. Da es hier im Norden immer sehr früh Tag wird und wir unseren Gästen nicht weiter zumuten wollten, bereits um 4.30 Uhr den grellen Spot im Auge zu spüren, haben wir uns für Verdunkelungs-Plissees entschieden. Damit entscheidet Ihr künftig selbst, wann es Tag werden darf.

Und nun widmen wir uns wieder dem Garten. Nachdem Raimund nun mit dem Vertikutierer einmal alles durchgeackert und frische Rasensaat (vermutlich als Vogelfutter…) ausgebracht hat, kommt morgen das Gewächshaus an die Reihe. Kräuter sollen herangezogen werden, damit Eurer Kreativität in der Küche keine Grenzen gesetzt werden